Freitag ist Fischtag in Rom

In den größeren Supermärkten bekommt man inzwischen jeden Tag frischen Fisch. Auf dem Markt in Rom nur Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag.

Freitags ist aber immer das größte Gedrängel. Der Freitag zählt in der katholischen Kirche zu den Fastentagen, weil Jesus an einem Freitag gekreuzigt wurde. Zum Andenken an seine Leiden sollte an jedem Freitag gefastet werden. Und da Fisch zu den einfachsten und günstigsten Nahrungsmitteln zählte, wurde er im Gegensatz zu Fleisch als Freitagsmahlzeit zugelassen.
Heute ist Fisch gar nicht mehr so günstig. Im Gegenteil, viele Fische sind sogar recht kostspielig und mit Fasten hat ein Fischessen schon gar nichts mehr zu tun.
Trotzallem drängeln wir am Freitag gern am Fischstand mit,  denn die Woche ist vorbei, am nächsten Tag kann man ausschlafen und das bedeutet, dass der Abend ruhig etwas länger werden darf und man sich Freunde zum Essen einladen kann.

triglie

Eins meiner Lieblingsessen sind Spaghetti alle Vongole und panierte, frittierte Anchovis. Die gabs dann auch gestern, die Anchovis als Antipasto dann Spaghetti alle Vongole und dann … … superleckere Meerbarben. Normalerweise kaufe ich die kleineren und frittiere die in Mehl gewälzten Fische. Diesmal hatte Vincenzo allerdings ziemlich große mitgebracht, jede wog ca. 200 g. “Am besten mach ich die im Backofen” dachte ich. Aber wie? Ich durchsurfte einige meiner Lieblings-Kochblogs und fand dann bei Cavoletto di Bruxelle das Rezept, das mir schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen lies: Triglia al cartoccio con arancia, finocchio e olive nere -  Meerbarbe in Folie mit Orange, Fenchelgemüse und schwarzen Oliven.
Statt giftiger Folie nimmt man einfaches Backpapier und wickelt darin Fisch und Zutaten ein. Als allererstes reibt man die Schale einer Orange ab, gibt dazu 4 Essl. Olivenöl, Salz und Pfeffer und lässt das ganze ein Stündchen durchziehen. Die Orange wird filettiert. Der Fenchel wird in Viertel geteilt, und dann in dünne Scheiben geschnitten. Unter jeden Fisch kommt ein Fenchelscheiben-Bett. Den Fisch innen mit Salz und Pfeffer würzen und ein Lorbeerblatt einlegen. Über den Fisch kommen die Orangenfilets, 5 Oliven und  1 Essl. vom Orangenschalen-Öl. Das ganze wird dann wie ein Bonbon in Backpapier eingewickelt und die Enden mit Schnur zugebunden. (Weniger hübsch, aber praktischer: mit einem Hefter zugeknipst).  Nach 15 Min bei 200° im Backofen noch zugewickelt servieren. Che profumo!!! Der Duft beim Öffnen ist umwerfend!

Hier die Liste der Zutaten:
triglie - 4 Meerbarben
finocchio - 1 Fenchelknolle
arancia - 1 Orange
olive nere - 20 - schwarze Oliven
alloro foglie - 4 Lorbeerblätter
olio d’oliva - olivenöl
sale & pepe - salz und Pfeffer

2 Kommentare zu “Freitag ist Fischtag in Rom”

  1. nina Says:

    fisch ist ja eigentlich nix fuer mich, aber meerbarbe wuerde ich schon essen. kriegt man hier so schlecht. yummy.

  2. sigrid Says:

    hmmmm, ich kann den duft bis nach bremen riechen :-)
    danke für das rezept und die praktischen tipps, meine lieblingsköchin :-)
    und dazu nutze ich meine herrlichen sardischen orangen. die zweite lieferung ist noch viel köstlicher, als die ersten. nächstes mal im märz nehme ich nicht nur zwei kisten :-)
    und damit schmeckt das sicher sehr lecker… nunr das orangenoel - das lass ich glaubb ich weg.
    und wie war das noch? welche sind die leckeren fenchel? die runden weiblichen?

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