Ende der Sommerpause – Bentornati – Bentrovati
Der lange, heisse Sommer ist vorbei. Einer der längsten und heissesten Sommer, die ich hier in Rom (zum Glück nicht vollständig!) erlebt habe: Die Statistik sagt, dass 2009 auf Platz 4 der Sommersuperlative seit dem Jahr 1800 gelandet ist.
In der letzten Woche ist es nun endlich frisch geworden. Die Tiefsttemperatur ist knapp unter 20° gesunken und tagsüber ist die Sonnenwärme nicht mehr unerträglich sondern angenehm. Heute Nacht hat es ein gewaltiges Gewitter gegeben. Sintflutähnliche Wassermengen haben den Staub der letzten drei Monate weggespült. Das wurde aber auch wirklich mal Zeit. Das Wetter soll in den nächsten Tagen regnerisch bleiben. Die Tage haben sich verkürzt. Zeit für einen Tee am Nachmittag.
Mit dem Ende des Sommers kehren dann alle Freunde nach Rom zurück und langsam wird das normale gesellschaftliche Leben wieder aufgenommen.
Auch die Schule hat nach drei Monaten Pause gestern wieder begonnen.
Und mit der Schule beginnen dann auch alle anderen möglichen Aktivitäten: Gymnastikgruppen, Einkaufsgemeinschaften, Kurse u.ä.
Im Grunde genommen fängt das Jahr hier nicht im Januar, sondern im September an. Im August ist einfach Pause. Und das gilt eben nicht nur für die Schule. Wenn man Ende Juni einen Kleiderschrank bestellen will, dann heisst es: ob wir das noch bis Ende Juli schaffen, können wir Ihnen nicht garantieren, ansonsten im September. Anderswo: Wir haben Lieferfristen von 6 Wochen, also Mitte September wird der Schrank hier sein. Wie? 6 Wochen von Ende Juni bis Mitte September?
Für uns ist August Urlaubsmonat. Dann geht es nach Kalabrien zu Mamma. Mit Ausflügen ans Meer, in die Berge, Festa della Madonna und Ferragosto. Und es gibt noch einen Abstecher nach Sizilien, einer Woche “wirklichem” Urlaub, wo mich allein der Blick von der Terrasse unserer Freunde mit dem Rest der Welt versöhnt.
Dazu wunderbarer Strand, Schwimmen, Schnorcheln, lecker Essen und Trinken (ach, dieser Zibbibo!) und lange Abende im Schnack mit lieben Freunden. Perfekter kann Urlaub nicht sein!
Aber wer jetzt meint, wir hätten nur auf der faulen Haut gelegen, das “dolce far niente” genossen, der hat sich getäuscht:
Denn dieser August war auch recht produktiv:

Zitronen- und Feigenmarmelade, in Salz eingelegte Kapern, getrocknete, eingelegte Tomaten und zu guterletzt Pilze …
… noch nie in meinem Leben habe ich sooo viele Pilze gefunden. Riesenpilze. Kiloweise Pilze. Frisch haben wir Sie zu Nudeln, frittiert und als Schnitzel gegessen. Und zwar in der Piazza mit unseren Nachbarn. Und dann gings ans Konservieren: In Salz, in Öl und Marinade. Wunderbare Erinnerungen an den Sommer, wenn Herbst und Winter Ihren Einzug halten werden.
