Achtung - Trickdiebe
Dass man in Rom, besonders in vollen Bussen auf seine Brieftasche und den Fotoapparat aufpassen muss, sollte eigentlich inzwischen jeder wissen. Aber es gibt noch gewitztere Räuber:
Als ich gestern mein Auto am Lungotevere parkte um einen schönen Spaziergang in der Gegend vom Campo de Fiori zu machen, hielt ein Auto an und der Fahrer beugte sich aus dem Fenster: “Parlez-vous francais? No? Do you speak English? Yes?! Ok, can you please help me?! ”
So, da hatte der gute Mann sich also verfahren und wollte zum Piazza Santa Maria Maggiore. Auf seiner etwas abgegriffenen Karte, zeigte ich ihm, wo er sich gerade befände und wie er am besten zu seinem Ziel käme. Recht gesprächig der Typ und sehr freundlich. Direktor einer Modefirma sei er, gerade eine Geschätstreffen hinter sich und nun noch einen Termin an der Piazza Santa Maria Maggiore und dann, zurück nach Hause, nach Paris. Überschwenglich dankt er für die Informationen. Und nun will er mir noch ein Geschenk machen für meine Freundlichkeit. Zwei Jacken aus seiner Musterkollektion, braucht er ja nicht mehr. Richtig teure Stücke, echt Leder mit Pelzkragen, 1000 € im Geschäft.
Irgendwie kommt mir die Sache langsam merkwürdig vor, man schenkt doch nicht jemandem einfach so zwei Jacken für eine kurze Info!
Der Groschen fällt, als der Mann während er die Jacken in einer Tüte herausreicht, noch eine Bitte hat: Mit einem Fingerzeig auf die Tankuhr und einem plötzlich ganz bedrücktem Gesicht erklärt er, dass er nunmehr fast ohne Benzin sei und ihm seine Kreditkarte unverständlicherweise gerade eben von einem Geldautomaten geschluckt worden wäre. Sowas Dummes! Dabei muss er doch bis nach Paris. Aber ich könnte ihm ja vielleicht aushelfen, wo er doch auch so nett und so größzügig sei!
Wie die Geschichte hätte weitergehen können, habe ich vor ein paar Wochen im italienischen Fernsehen gesehen: Man zückt die Brieftasche, denn was sind schon 20 oder 30 € im Gegensatz zu zwei Jacken im Wert von mehr als 1000 €. Aber durch eine ungelenke Armbewegung des Fahrers fällt die ganze Brieftasche ins Auto. Das herausgefallene Geld klaubt der untröstliche Fahrer unter tausend Entschuldigungen wieder zusammen und reicht die Brieftasche nach draussen.
Bis man dann merkt, dass die Kreditkarte fehlt, ist er längst über alle römischen Hügel ….
“Mit mir klappt der Trick nicht”, sage ich und wende mich ab. Da bekomme ich noch heftige Verfluchungen mit auf dem Weg. Auf Italienisch mit römischen Akzent! … Vom französischen Direktor!

Der Lungotevere in Rom von der Ponte Sisto

25. Oktober 2007 um 21:50
haha, als nextes kommen noch welche mit enkel-trick an die tuer (den trick kenn ich aus dem fernsehn).
26. Oktober 2007 um 18:33
na da hast du aber gut reagiert, bella mia. ich kanns mir richtig bildlich vorstellen
schweinenummer im übrigen.
und die sonne scheint so schön, da drüben bei dir - ich WIILL AUCH SONNE
27. Oktober 2007 um 10:11
bis sie uns mit dem enkel-trick kommen können, haben wir ja zum glück noch ein wenig zeit.
allerdings finde ich es besonders fies, wenn sie alleinstehende omis um ihr erspartes bringen. das hab ich mal bei einer nachbarin erlebt, der es danach überhaupt nicht gut ging.