Rom -Antica Osteria da Giovanni
Die Antica Osteria da Giovanni wurde uns wärmstens von einer Freundin empfohlen und so machten wir dort eines Mittags Halt. 
Foto:Sigrid Hering
Die Osteria eignet sich wunderbar, um sich zwischen einem Besuch des Vatikans und einem Bummel in Trastevere zu stärken, da das Lokal in der Via della Lungara liegt, die diese beiden Orte (einen Staat und ein alt-römisches Rione) verbindet.
Wir verbanden das Essen mit einem Besuch im Botanischen Garten Roms, der nur 100 m davon entfernt, hinter dem Palazzo Corsini liegt. Absolut lohnenswert für alle, denen auch Natur etwas Wert ist und die einen schönen Blick über Rom genießen möchten. Besonders bei untergehender Sonne ist er fantastisch!

Foto:Sigrid Hering
Aber zurück zur Osteria: Als wir gegen 13.00 Uhr dort ankamen, waren die neun Tische des Lokals schon alle belegt. Auf den ersten Blick sah es sehr einladend aus: urtypisch römisch. Einer der Kellner sagte uns, dass in ca. 10 Min. ein Tisch frei werden müsste und so warteten wir geduldig vor dem Lokal. Aus den 10 Min. wurden dann fast 30, aber das nimmt man in Rom ja nicht so genau …
Wir hatten schon draussen die Speisekarte mit den supergünstigen Preisen studiert, um nach der Wartezeit zumindest keine Zeit mehr dafür verlieren zu müssen und gleich bestellen zu können.
Nachdem wir noch kurz um unseren Platz in der Warteschlange kämpfen mussten, weil dem anderen Kellner scheinbar vertraute Gäste sich vordrängeln wollten, bekamen wir unseren Tisch und konnten uns in Ruhe im Lokal umsehen. Die Athmosphäre ist wirklich nett: typisch, traditionell, ein wenig eng, einfache Möblierung, Papierservietten, aber Tischdecken aus Stoff (in den noch einfacheren Trattorien gibt es häufig nur Papier). Das Publikum war sehr gemischt, viele scheinen dort Ihre Mittagspause zu verbringen.
Der Kellner, der eigentlich die anderen Gäste vorgezogen hätte, war dann sehr freundlich. Ein kleiner, rundlicher Mann, der aus einem französischen Comic stammen könnte.
Leider gab es nicht alle Gerichte, die Auswahl war somit nicht besonders groß: wir konnten zwischen drei Nudelgerichten wählen, alle auf Tomatensoßenbasis, und drei Hauptgerichten. Auf die Lasagne musste ich leider verzichten.
Der weisse Hauswein aus den römischen Castelli liess sich gut trinken und das Essen wurde recht schnell serviert. Tja … das Esssen … das fanden wir dann nicht so überragend. Nicht, dass man es nicht essen konnte, aber von der Zubereitung doch schon sehr einfach. Die Fettucine (Bandnudeln) - sehr lecker, wenn sie frisch sind - gehörten wohl mehr zu der Kategorie derer, die abgepackt und trocken im Supermarkt verkauft werden. Auch die Tomatensoße mit Thunfisch war nicht umwerfend. Die Erbsen der Seppie con Piselli waren aus der Dose. Die gegrillte Leber war lecker, aber die Portion etwas sehr klein. Heraus ragte eigentlich nur der Stufato con Patate, ein gulaschähnliches Fleischgericht mit Kartoffeln. Wir hatten dann noch einen Salat, einen kleinen Teller mit grünen Blättchen, schon angemacht mit Öl und zuviel Salz und Essig und einen Teller mit in der Pfanne geschwenktem Blattspinat, lecker. Zum Abschluss einen Espressso.
Insgesamt zahlten wir 13 Euro/Person - für eine Menü mit Primo, Secondo, Contorno, Wein und Cafè absolut günstig - und verbrachten zwei schöne Stunden. Vom Essen waren wir etwas enttäuscht. Vielleicht hatten wir auch einfach zuviel erwartet. Grundsätzlich kann man die Antica Osteria aber empfehlen: ein netter Ort zum Rasten und Essen, wenn man keine großartigen Ansprüche an die Speisen hat. Die Osteria ist allerdings wohl sehr beliebt, denn es bilden sich häufig Warteschlangen. Einige Tische sind für Stammgäste reserviert, die hier täglich zu Mittag oder Abend essen. Andere Reservierungen werden nicht angenommen.
Antica Osteria da Giovanni, Via della Lungara 41

14. November 2006 um 20:38
ich glaube, vom essen war eigentlich nur unsere superköchin etwas enttäuscht. aber so gut wie sie kocht, hat selbst ein sternerestaurant mühe mitzuhalten
wir haben den mittagstisch und die “römische athmosphäre” sehr genossen!
26. November 2006 um 16:06
na, dann bin ich ja beruhigt!