Beim Papa mit Mutter
Unsere gemeinsam Reise war schon seit einem Jahr beschlossen. Im November sollte es dann soweit sein, nach 20 Jahren wollten wir mal wieder zusammen verreisen – einen alten Traum meiner Mutter erfüllen und nach Rom fahren.
Ich weiß nicht mehr wer es war, der uns – oder ihr?- den Floh ins Ohr setzte, an einer Papstaudienz teilzunehmen. “Oh ja, bitte – wenn das möglich ist?!”
Tja, warum eigentlich nicht. Egal, ob man gläubig ist oder nicht, unbestritten ist der Papst eine wichtige Persönlichkeit des Weltgeschehens. Warum also nicht mit meiner Mutter an einer Pabstaudienz teilnehmen?
Also auf ins Internet, “Papbstaudienz”gesucht und unter diversen Möglichkeiten nach einigem Probieren die richtige Informationsquelle gefunden: pilgerzentrum-rom
Nun war ich also plötzlich im Kontakt mit einer katholischen Instanz und fragte höflich an, ob 2 Pilgerinnen aus der Diözese Bremen ( gibt es hier eine? Sicherlich…) an einer Generalaudienz im November 2005 teilnehmen dürften.
Ich erhielt die freundliche Auskunft, wo und wann wir mit aller Wahrscheinlichkeit Karten erhalten würden, und harrte der Dinge. Es ist ratsam, sich mindestens 1 Woche vorher anzumelden, im November ist es sicher nie ein Problem, doch zu den Hauptreisezeiten, kann es sicherlich möglich sein, dass alle Sitzplätze vergeben sind.
Am vereinbarten Mittwoch waren wir früh auf den Beinen, fuhren mit der Metro zum Petersplatz, wo schon reges Treiben herrschte und hunderte Pilger bereits auf Stühlen im herbstlichen, milden Sonnenlicht saßen.
Wir gesellten uns, nachdem wir unweit des Petersplatzes die Karten abgeholt hatten, zur wartenden Menge, fanden 2 bequeme Plätze, lauschten dem Stimmgewirr, genossen die unglaubliche Schönheit des Domes, zählten die Figuren, die von ihrem Rund auf die Menge aus aller Herren Länder hinabschauten.
Ab 10 Uhr füllte sich der Platz bis in die hinteren Winkel, das Summen der Stimmen nahm zu und dann legte sich eine erwartungsvolle Spannung über die Menge.
Die Audienz wurde mit Musik und Ansprachen eingeleitet. Verschiedene Kardinäle begrüßten unter großem Gejubel angemeldete Pilgergruppen in ihrer jeweiligen Sprache auf Spanisch, Portugiesisch, Polnisch, Englisch und natürlich Deutsch, wurden begleitet von verschiedenen Chören und Spielmannszügen.
Als der Papst hoch zu Wagen den Platz umfuhr, ging ein tosender Applaus durch die Menge und wo immer er erschien, wurde er von freudigem Rufen und Klatschen begleitet.
Seine Predigt las er in verschiedenen Sprachen und das Bewußtsein, mit so vielen Menschen verschiedenster Nationen und Religionen dem Oberhaupt der katholischen Kirche zuzuhören, machte diesen Vormittag zu einem ganz besonderen Erlebnis – mag man zu den Aussagen der katholischen Kirche auch stehen, wie man will.
Es war ein besonderer Moment.
